190E 2.5-16 EVOLUTION

Die erste EVOLUTIONSSTUFE – Der EVO 1

Das Gruppe-A-Reglement verlangte nach 5000 produzierten Basismodellen, im DTM-Reglement waren aber zusätzliche Evolutionsvarianten zugelassen, die mindestens 500 Mal gefertigt werden mussten.

Erfolgreicher Tourenwagen

Der Startschuss für das Engagement von Mercedes-Benz bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) fiel 1988. Mit riesigem Erfolg. Den verkörperten in den Anfangsjahren die Rennversionen des 190 E (W 201, „Baby-Benz“), die im Werk in Bremen vom Band liefen. Im Video ist die Straßenversion des Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution I zu sehen, also die erste Ausbaustufe – wie es damals hieß „für sportlich interessierte Kunden“. Die Sonderserie ist auf 500 Exemplare limitiert, weil das DTM-Reglement seriennahe Tourenwagen vorsah. Mindestens 500 Stück dieser Ausbaustufen, den Evolutionsmodellen, mussten gebaut und verkauft werden.

Der 190 E 2.5-16 Evolution I entstand 1989 auf Basis des Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 und war kompromisslos auf den Einsatz in der DTM ausgerichtet. Das Herz des Boliden war der neue Motor, ein 2,5-Liter-16-Ventiler.

Die Sonderserie fällt gegenüber der Basisserie durch die deutlich sportlichere Silhouette schon rein optisch auf um 4,5 Zentimeter tiefergelegtes, sportlicheres Fahrwerk, straffer abgestimmte Dämpfung, zahlreiche Karosseriemodifikationen wie der tiefer und steiler heruntergezogene Frontspoiler. Ins Auge fallen auch die verbreiterten Kotflügel und die vergrößerten Kotflügelausschnitte. Um das Abtriebsverhältnis zu verändern, war der größer dimensionierte Heckflügel verstellbar. Auch der leistungsstarke 2,5-Liter-Motor wurde leicht modifiziert und damit für leistungssteigernde Maßnahmen vorbereitet.

Der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I ist die Straßenversion eines erfolgreichen Rennsportmodells.

1990 folgte mit dem Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II die nächste Ausbaustufe, von der ebenfalls 502 Serien-Exemplare produziert wurden. Die letzten von ihnen verließen im Juli 1990 das Werk in Bremen. Der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II gab sein Renn-Debüt am 16. Juni 1990 auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Der letzte 190er Mercedes-Benz (W 201) wurde im August 1993 gebaut und ist im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart zu besichtigen. Nachfolger war ab 1993 die „C-Klasse“ der Baureihe 202.

Text: niederlassungsmagazin.mercedes-benz.de

Hockenheimring 1989

Hockenheimring, 1989, Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution I DTM

Der „Baby-Benz“ ist klein und leicht und hört eigentlich auf den Namen 190 bzw. 190 E. Hinsichtlich Effizienz, Fahreigenschaften, Sicherheit und Design setzt die Baureihe W 201, die sogenannte Kompaktklasse, seit 1982 Maßstäbe. Im Video ist der 190 E 2.5-16 Evolution I zu sehen, die erste Ausbaustufe von 1989 für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Mit diesem Renn-Tourenwagen konnte Klaus Ludwig in der Saison 1990 auf dem Hockenheimring seinen einzigen Sieg herausfahren.

Ab 1984 wird der Baby-Benz auch als Sportmodell 190 E 2.3-16 verkauft. Und siehe da: Durch den Einbau des noch leistungsfähigeren Motors wird das Modell zu einem hervorragenden Renn-Tourenwagen.

Schon beim Eröffnungsrennen des neuen Nürburgrings 1984 zeigt der 190 E 2.3-16, was in ihm steckt. Gleiches kann man auch von dem 24-Jährigen behaupten, der ganz oben auf dem Podest steht, ein bis dahin weitgehend unbekannter Brasilianer namens Ayrton Senna. Die Rennsportversion des ursprünglich zahmen Baby-Benz wurde von da an Jahr für Jahr weiterentwickelt, und 1988 steigt Mercedes-Benz mit einem Werksteam in die faszinierende DTM-Rennserie ein.

Auf der Basis der Straßenversion entsteht 1989 der Typ 190 E 2.5-16 Evolution. Bei unveränderter Motorleistung wurde das Fahrwerk für die Rundstrecke modifiziert. Der Evolution I ist die Basis für einen DTM-Tourenwagen der Gruppe A, von dem exakt 502 Stück gebaut wurden, um die formellen Voraussetzungen für die Teilnahme an Rennsport-Wettbewerben nach dem seriennahen „Gruppe A“-Reglement zu erfüllen. Die Mühen lohnen sich: Der Evolution I feiert in zahlreichen Rennen Erfolge.

Um auf das vorgeschriebene Gewicht von 1.040 Kilogramm zu kommen, wurde fast die ganze Innenausstattung entfernt. Ein zusätzlicher Überrollkäfig schützt den Fahrer. Bei vielen Karosserieteilen wie Motorhaube, Kofferraumdeckel und Spoiler wird der Kunststoff Kevlar verwendet. Der stärkere Motor bringt nun bis zu 333 PS auf die Hinterachse.

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. So ist ein noch stärkerer „EVO“, der 190 E 2.5-16 Evolution II, nur eine logische Konsequenz: Er feiert im März 1990 auf dem Internationalen Auto-Salon Genf Weltpremiere und schreibt in der Folge DTM-Geschichte.

Text: niederlassungsmagazin.mercedes-benz.de


Der 190E 2.5-16 EVOLUTION I AMG POWER PACK

Von diesem Modell wurden ca. 50 Stück gebaut….und kostete im Frühsommer 1989 18.810,- DM Aufpreis. Es war nach meinem Wissen nur bei den Evolution-Modellen lieferbar. Der 2,5 Liter leistete dann 225 PS bei 7.200/min bzw. 240 Nm bei 5.500/min.

Erreicht wurde dass durch einen kurzhubigen Motor (AMG 225 PS: 97,3 mm x 82,8 mm / Serie 195 PS: 95,5 mm x 87,5 mm), schärfere Nockenwellen, größere Ventile, zwei Metall-Kats gegenüber einen Keramik-Kat bei der 195 PS-Version.

Wesentliche Änderungen waren:

  • Drehzahlmesser
  • Drehzahlanhebung
  • Drosselklappe
  • EZL Steuergerät
  • manuell verstellbare Nockenwellenräder (Einlass und Auslass)
  • Neue Einlassnockenwelle
  • Neue Federn und Tassen (die Doppelfedern für Ein und Auslass???)
  • Zündkerzen
  • Zündkerzenabdeckung mit Schriftzug “AMG Power Pack” (Aluguss)
  • Differential: 3.46
  • Auspuffanlage mit 2-flutigen Katalysatoren und Endschalldämpfer mit 2 AMG Chromendrohren
  • Riemenscheibe aus Aluminium
  • AMG Lenkrad “Silberpfeil”

 
Testwerte in der AMS 11/1989 Evo mit Power-Pack:

0-100: 7,2 sec
0-200: 31,5 sec
Elastizität 60-100 im 4. Gang 8,4 sec und 80-120 im 5. Gang 11,6 sec
Spitze war im Test 236 km/h.
Der Grundpreis des Evo I mit 195 PS war 87.204,- DM. Mit Power-Pack kletterte der Preis also auf 106.014,- DM.


Der 190E 2.5-16 EVO 1 Snobeck

Es gab insgesamt 30 Einheiten des EVO1, die nach Frankreich ausgeliefert wurden.

12 Stück (in Monaco) dieser identischen Evo1 besaßen allesamt folgende Werks-Ausstattung:

240Außentemperaturanzeige
466Zentralverriegelung
532Antenne automatisch ohne Radio
543Sonnenblenden mit Make-Up-Spiegel links und rechts beleuchtet
572Fahrersitz rechts mit Sitzhöhenverstellung
593Wärmedämmendes Glas rundum, heizbare Heckscheibe, Bandfilter
601Öl für Hinterachse mit Sperrdifferential in Kanister und Dosen
610Hauptscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Zusatzfernlicht gelb
620Abgasreinigungsanlage
630ECE-Warndreieck
826Zusatzteile für Frankreich-Fahrzeuge
876Türkontakte Fondtüren und Leuchte über Heckscheibe

Der Snobeck EVO I

Snobeck Interieur

Die Fahrzeuge wurden von Snobeck in Zusammenarbeit mit AMG gebaut….

Folgende Änderungen wurden vorgenommen:

  • Snobeck Felgen ( 8Jx16 H2 ET 34 – 225/50/R16 )
  • Fußmatten mit Snobeck Aufschrift
  • Zusatzscheinwerfer vorne (vermutlich nicht alle )
  • Recaro – Sportsitze mit org. Teilledersitz-Stoff
  • Klimaanlage (org. MB) / bekamen nicht alle Fahrzeuge
  • AMG Wurzelholz am Armaturenbrett; Türpappen; Mittelkonsole; Schaltbrett
  • AMG Lenkrad
  • AMG Powerpack (Komplett)

Änderungen am Motor:

  • Drosselklappenscheibe / Kennzeichnung 14/20 v 066/89 am Gehäuse eingraviert
  • Einlassnockenwelle / Kennz. 215 auf Stirnseite eingraviert
  • Nockenwellen-Antriebräder ( Ein- und Auslassseite )
  • Ventilfedern ( Ein- und Auslassseite )
  • KE-Steuergerät / Zündschaltgerät / Pumpenrelais / Zylinderkopfdeckel ( erhielten einen gelben Punkt als Kennzeichnung )
  • größerer Ölkühler

Änderungen an der Auspuffanlage:

  • Unterbodenkatalysator, 2-flutig mit 4 Metallträgermonoliten (Kennz. KT 0019 )
  • Mittelschalldämpfer, 2-flutig ( Kennz. AMG MSD 25 )
  • Nachschalldämpfer, 2-flutig ( Kennz. AMG NSD 25 )

Weitere Änderungen:

  • Drehzahlmesser mit geändertem Ziffernblatt ( roter Bereich ab 7600u/min statt 7100u/min )
  • geänderte Achsübersetzung / 3,46 statt 3,27
  • Höchstgeschwindigkeit 244km/h
  • Leistung in KW – 165 (225 PS)
  • Neupreis: 490.000 F = ca. 146000DM

Vier Fahrgestellnummern dieser 12 Evo1 Snobeck sind bekannt.

Laut einem ehemaligen Snobeck Mitarbeiter sind von den ursprünglich 12 Evos nur noch 5 übrig geblieben

Bekannte Fahrgestellnummern der Snobeck Evo1:
WDB2010361F610171
WDB2010361F610569
WDB2010361F613092
WDB2010361F610298

Die Niederlassung, die die Autos gekauft hat, heißt Savia in Jean d’Angély (17400… also Südfrankreich)
Einige Fahrzeuge hatten einen Aufkleber, die die Herkunft des Fahrzeugs angegeben hat.

Weitere technische Feinheiten